
Automobilkaufleute müssen sich mit Autos auskennen, vor allem jedoch mit Menschen. Um potenzielle Käufer zu überzeugen, ist Kommunikationsstärke gefragt.
Es ist ein vergleichsweise junger Ausbildungsberuf, der erst seit 1998 angeboten wird: der/die Automobilkaufmann/-frau. Zurzeit lernen 10.000 junge Menschen, wie ein Autohaus im Detail funktioniert. Einer von ihnen ist Sven Mäder, seit September 2009 Auszubildender im Stuttgarter Verkaufszentrum eines großen Automobilherstellers. „Nach dem Abitur und der vielen Theorie an der Schule war mir eine fundierte kaufmännische Ausbildung wichtig. Weil ich mich schon immer für Autos interessiert habe, lag das Berufsbild Automobilkaufmann recht nahe“, sagt Sven Mäder. Nach der Ausbildung möchte der 21-Jährige ein Studium draufsatteln: „Wenn man sich im Betrieb bewährt, besteht die Chance auf ein Studium an der Berufsakademie, mit Praxissemestern hier im Unternehmen.“
Zunächst jedoch ist er mittendrin im Berufsalltag. Drei Jahre lang durchläuft er für jeweils zwei bis vier Monate die einzelnen Abteilungen. Zuerst war das Lager dran, jetzt das Betriebsbüro: „Das ist die zentrale Stelle für Informationen, zur Terminvergabe sowie für Rechnungen. Ich nehme die Anrufe der Kunden an und leite sie an die entsprechende Abteilung weiter – Neuwagen, Gebrauchtwagen, Service oder Teiledienst.“ Auch diese Bereiche wird Sven Mäder kennen lernen, ebenso das Marketing. Die Software, mit der das Autohaus arbeitet, kann er inzwischen fast wie ein Profi bedienen. Doch auch ein bisschen Theorie muss sein: Eineinhalb bis zwei Tage pro Woche stehen in der Berufsschule Fächer wie Technik, Allgemeine Wirtschaftslehre, Spezielle BWL, Rechnungswesen und Textverarbeitung auf dem Stundenplan. Welche Fähigkeit er in seinem Job am meisten braucht? „Kommunikation ist wichtig. Mit den Kunden reden können, aber auch mit den Kollegen. Wer Fragen stellt und Initiative zeigt, bekommt die spannenderen Aufgaben und kann mehr lernen.“
Lust bekommen?
Zum Reinschnuppern bieten viele Betriebe einen Tag der offenen Tür oder Betriebspraktika an. Weitere Infos gibt es im Internet unter: www.autoberufe.de
Daten und Fakten
Automobilkaufleute arbeiten hauptsächlich in Autohäusern. Doch auch Kfz-Betriebe und Automobilhersteller bieten Einstellungschancen. Es ist die Mischung aus Beratung, Büroarbeit und Technik, die diesen Beruf so vielseitig macht. Automobilkaufleute kaufen und verkaufen Fahrzeuge und Zubehör und beraten Kunden. Sie sind bei der Finanzierung behilflich, indem sie beispielsweise Gebrauchtwagen in Zahlung nehmen und mit der Hausbank die Konditionen für Leasing- und Ratenkäufe erörtern. Auch Serviceleistungen wie die Vermittlung von Mietfahrzeugen gehören zu ihren Aufgaben. Ein/e Automobilkaufmann/-frau repräsentiert das eigene Unternehmen im Wettstreit der Fahrzeugmarken. Er oder sie muss gut über Neuerungen auf dem Markt informiert sein und auch technische Fragen beantworten können. Freundlichkeit und Kommunikationsstärke sind oberstes Gebot.
Voraussetzungen: guter Realschulabschluss oder Abitur, Interesse an Kfz-Technik sowie Daten- und Informationsverarbeitung, Freude am Kundenkontakt
Tätigkeiten: Disposition, Beschaffung von Fahrzeugen, Kundenberatung, Verkauf, Vermittlung von Versicherungs-, Garantie- und Finanzierungsverträgen, Marketing
Gehalt während der Ausbildung:
1. Lehrjahr: 370 bis 627 €,
3. Lehrjahr: 485 bis 785 €
(je nach Bundesland)
Einstiegsgehalt:
bis ca. 1.800 € brutto
Weiterbildung:
z.B. Automobilverkäufer/-in, Kfz-Betriebswirt/-in, Diplom-Kaufmann/-frau
Dauer der Ausbildung: 3 Jahre