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Lass die Sonne rein
Den Sommerwind um die Nase wehen lassen und damit auf der Straße mächtig Eindruck schinden – der Fiat 500C könnte dafür genau der Richtige sein. Unsere Testfahrerin hat den trendigen Italiener ausprobiert.
Mei, ist der knuffig. Wirklich wahr. Alles beim Fiat 500C ist irgendwie niedlich rundlich. Die Räder glücklicherweise, aber auch die Karosserie, die Scheinwerfer und die Armaturen. Ich erlaube mir zu sagen: Sein kultiger Vorfahre aus den 60er Jahren dürfte stolz auf ihn sein. Das Platzangebot im Inneren ist ebenfalls niedlich. Wer ein Sitzriese ist oder wessen Bauchumfang die Größe eines Wasserballs übertrifft, dem rückt das schicke Interieur ziemlich auf die Pelle – bei einem Auto dieser Klasse war das wohl zu erwarten. Der Beifahrer hat etwas mehr Platz, was schätzungsweise daran liegt, dass die Italiener das Handschuhfach vergessen haben. Und nachdem ich mich probeweise auf die Rückbank gezwängt habe, komme ich mir vor wie ein Karpfen im Goldfischglas.
Flexibles Sommerloch
Doch nun zum wirklich Wichtigen: dem Dach. Da halten es die Italiener mit der Tradition. Wie beim Original ist der 500C nur fast ein Cabrio: Der Rahmen bleibt, lediglich das Stoffdach schiebt sich stufenweise zurück. Doch das macht überhaupt nichts. Das Sommerloch ist sogar äußerst praktisch, weil ich halboffen auch bei frischen Frühlingstemperaturen die Sonne reinlassen kann. Und so fährt sich der Fiat fabelhaft. Der Kleine läuft überraschend ruhig und hält in Kurven gut die Linie, sobald ich mich auf die etwas unsanfte Lenkung eingestellt habe. Die Frisur hält, und das sanfte Lüftchen rötet die Wangen vorteilhaft. Gut für den Flirtfaktor. Leider rötet sich auch meine Stirn. Sonnencreme vergessen – Anfängerfehler.
Bei ganz geöffnetem Dach wird es schon stürmischer, es bleibt aber zumindest bis Tempo 100 halbwegs angenehm. Was danach kommt, ist Geschmackssache und mir einfach zu laut. Was mich irritiert: Wenn das Stoffdach vollständig zurückgekrempelt ist, versperrt es mir im Rückspiegel die Sicht. Zum Glück hat der Kleine hinten Parksensoren. Obendrein lässt sich in diesem Zustand auch der beschauliche 182-Liter-Kofferraum nicht öffnen. Das könnte auf Dauer nervig sein. Immerhin öffnet sich das Verdeck per Knopfdruck bei jeder Geschwindigkeit bis zur hinteren Dachkante. Bis Tempo 60 lässt es sich mit einem weiteren Knopfdruck vollständig zurückfahren.
Viel Design, viel Sicherheit
Als Fahrerin eines verratzten Golf IV, dessen einzige Zusatzausstattung die Rewe-Einkaufskiste im Kofferraum ist, bin ich ziemlich beeindruckt vom Schnickschnack, den das Modell „Lounge“ zu bieten hat: Lederlenkrad mit Knöpfen drauf, zuschaltbare Start-Stopp-Automatik, verchromte Leisten, polternde Subwoofer-Wumme und blitzende Schickimicki-Felgen. Beeindruckt bin ich auch vom Preis. Rund 20.800 Euro will der Händler für den zugegeben spritzigen 1,3-Liter-Diesel mit 95 PS haben. Aber mal ehrlich, auf den ganzen Firlefanz kann man getrost verzichten, solange das Faltdach dran ist. Zudem gibt es ja noch die günstigeren Benzin-Motoren. 14.200 Euro kostet der 500C aber mindestens, dann als 1,2-Liter-Benziner mit 69 PS.
In puncto Sicherheit fährt es sich im Fiat recht sorglos - soweit das in einem Kleinstwagen möglich ist. Er hat ganze sieben serienmäßige Airbags, ESP gibts leider erst zum Aufpreis von 350 Euro. Laut Hersteller verbraucht der Diesel kombiniert nur 3,9 Liter pro 100 Kilometer und bläst lediglich 104 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft. Ganz so knausrig mit dem Sprit ist er dann aber doch nicht. Das Display zeigt nach rund zwei Stunden Stadt-Land-Autobahn einen Durchschnittsverbrauch von sechs Litern an.
| Leistung | 70 kW/95 PS |
| Hubraum | 1.248 ccm |
| Getriebe/Antrieb | 5 Gang/Frontantrieb |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| Beschleunigung (0 - 100 km/h in s) | 10,7 |
| Verbrauch (l pro 100 km ECE) | 4,8 (kombiniert) |
| CO2-Ausstroß kombiniert | 104 g/km |
| Leergewicht | 1.095 kg |
| Maße: Länge x Breite x Höhe | 3.546 x 1.627 x 1.488 |
Fazit und Bewertung








