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Sicher packen, aber wie?
Wer vor der Urlaubsreise alles irgendwie im Kofferraum seines Autos verstaut, den kann es bei einer Vollbremsung hart von hinten treffen.
Tipps für den Kofferraum
- Damit das Gepäck bei einer Vollbremsung an seinem Platz bleibt, eine rutschfeste Unterlage auslegen
- Faustregel: Schweres nach unten, Leichtes nach oben
- Die Gepäckstücke an der Rücksitzbank und den Seiten des Kofferraums ausrichten
- Schwere Kisten und Koffer mit Zurrgurten sichern. Dabei nur einwandfreie Gurte mit DIN-Etikett verwenden. Achtung: Die Farbe des Gurtes sagt nichts über seine Eigenschaf-ten aus. Welche Belastung der Gurt aushält, steht auf dem Etikett. Die Haken am Ende des Zurrgurts in die Ösen im Boden und in den Seiten des Kofferraums einklincken oder durchfädeln und den Gurt festzurren
- Es dürfen keine oder nur sehr kleine Lücken entstehen – Freiräume mit Taschen oder Rucksäcken auffüllen
- Das Warndreieck und der Verbandskasten müssen immer zugänglich sein
Über das richtige Packkonzept grübeln viele Urlauber schon lange vor der Reise. Bei der Grillparty wird gefachsimpelt, bei Facebook werden Geheimtipps ausgetauscht. Dabei geht es um die beiden Fragen: Wie bekommt man möglichst viel Gepäck ins Auto? Und wie muss man packen, damit die Ladung auch sicher verstaut ist?
Alles, was während der Fahrt nicht unbedingt benötigt wird, muss in den Kofferraum. Denn jede Ladung ist träge. Ist sie erst einmal in Bewegung geraten, behält sie ihre Richtung und Geschwindigkeit bei. Fährt ein Auto mit 80 km/h und wird plötzlich abgebremst, möchte sich das Gepäck im Innern weiterhin mit 80 km/h fortbewegen – und schießt deshalb nach vorn. Die physikalische Kraft, die dahinter steckt, heißt Massenkraft. Das Fatale: Gegenstände entwickeln beim Aufprall eine Gewichtskraft, die bis zu 50-mal größer ist als ihr ursprüngliches Eigengewicht (siehe Tabelle).

Damit die Ladung im Ernstfall nicht verrutscht, gibt es fürs Packen des Kofferraums einige Regeln (siehe Kasten). Falls der Kofferraum bei einem Fünf- oder Dreitürer über die Oberkante der Rücksitzlehnen hinaus beladen wird, muss ein stabiles Trenngitter oder -netz angebracht sein. Alternativ kann das gesamte Gepäck auch mit einem Abdecknetz gesichert werden, das man an den Ösen in den Kofferraumseiten befestigt. Das ist besonders praktisch, wenn Kosmetiktaschen und weiterer Krimskrams den Weg in Koffer und Taschen nicht rechtzeitig geschafft haben und zum Schluss obenauf landen. Für Handys, Geldbörsen, CDs und Getränke die vorhandenen Stauräume nutzen: das Handschuhfach, die Seitenfächer der Türen oder den Getränkehalter. Nach dem Packen unbedingt testen, ob der Fahrer noch einen einwandfreien Blick nach allen Seiten hat. Dabei dürfen die Außenspiegel zur Hilfe genommen werden. Ein freier Blick nach hinten durch die Heckscheibe ist nicht zwingend erforderlich.
Für Personen ist Anschnallen Pflicht, Kinder unter zwölf Jahren oder kleiner als 150 Zentimeter gehören in den Kindersitz. Anders verhält es sich bei Vierbeinern, denn eine Anschnallpflicht für Haustiere gibt es nicht. Sie gelten jedoch verkehrsrechtlich als Ladung – und müssen daher entsprechend gesichert sein, vorzugsweise auf der Rückbank mit einem passenden Sicherheitsgurt aus dem Tierfachhandel.
Außengepäck
Reicht der Platz trotz optimalem Packen nicht aus, gibt es Dach- oder Heckgepäckträger. Aufgrund des Luftwiderstands sollten aerodynamische Dachboxen genutzt werden, die es in vielen Ausführungen im Handel gibt. Der ADAC testet immer wieder Dachboxen auf ihre Sicherheit und gibt online auch Tipps zur Nutzung von Dachboxen. Übrigens dürfen auch zwei Boxen aufs Dach montiert werden, solange sie mit Gepäck die zulässige Dachlast nicht überschreiten (siehe Bedienungsanleitung). Fahrräder besser auf einem Heckträger transportieren. Aufs Dach sollten nur leichte Gepäckstücke und sperrige Gegenstände wie Surfbretter, Kanus oder Skier.
Ist alles sicher verstaut? Nach dem Packen müssen noch der Reifendruck und die Einstellung der Scheinwerfer überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

- Norbert Hartmann









